K100 am Ettlinger Tor, Karlsruhe

Ein neues Quartier für die Innenstadt

Im Herzen Karlsruhes entsteht auf dem Areal des ehemaligen Postgiroamts ein neues Mixed-Use-Quartier. Durch den Rückbau der Bestandsgebäude eröffnet sich die Chance, den zentralen Stadteingang an der historischen Via Triumphalis neu zu gestalten. Gemeinsam mit dem neuen Landratsamt, dem Staatstheater und dem Ettlinger-Tor-Center kann hier ein lebendiger Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer städtebaulicher Identität wachsen.

Städtebau und Architektur

Das Ensemble aus einer sechsgeschossigen Riegelbebauung und dem 29-geschossigen Hochhaus „Friedrich“ prägt die Silhouette des Stadtzugangs und definiert den Übergang zwischen Innenstadt und Südstadt neu. Die Baukörper sind in gestaffelten L-Formen organisiert, die sich harmonisch in den Kontext der bestehenden Blockrandbebauung einfügen. Durch ihre abgestaffelte Tiefe kann die Westsonne tief ins Grundstück einfallen; es entstehen beschattete Innenhöfe, die auch in Hitzeperioden attraktiven Freiraum bieten. Durchgänge und Zugänge von allen flankierenden Straßenkanten gewährleisten Durchlüftung der Blockrandbebauung und folgen dem Leitbild Karlsruhes als „5-Minuten-Stadt".

Grüne Mitte und Freiraumkonzept

Prägend ist der großzügige Wechsel zwischen Hof- und Parksituationen im Herzen des Quartiers, der nach dem Zwiebelprinzip angelegt ist: Im Zentrum liegt der Pocket Park, ein dichter, grüner Kern mit hohen Bestandsbäumen, Blumenwiesen und Regenmulden, die als Regenwasser-Rückhalteflächen dienen. Hier entsteht ein ruhiger, naturnaher Rückzugsraum mitten in der Stadt.

Um ihn legt sich die nächste „Schale“, eine offene Rasenlandschaft mit Bauminseln, Wasserlinien und Aufenthaltsflächen für alle Generationen. Spielen, Erholen und Begegnen stehen im Mittelpunkt; ein Gemeinschaftsgarten ergänzt das Angebot um Urban Gardening und Rückzugsbereiche im Freien. Die äußere Zone knüpft an die Erdgeschossbereiche der Gebäude an und lässt drei Höfe mit unterschiedlichen Identitäten entstehen (GastroGarden, OfficeGarden und LivingGarden).

Durchgehende Wegeachsen, Sitzbereiche und „Cooling Spots“ verbinden die Höfe zu einem lebendigen Stadtraum.

Nutzungsvielfalt und Mobilität in nachhaltiger Konstruktion

Das Quartier vereint Gastronomie, Einzelhandel, Hotel, Büroflächen, Boardinghouse, altersgerechtes Wohnen und das Hochhaus „Friedrich“ mit rund 288 Wohnungen. Gemeinschaftliche Freiräume, öffentliche Erdgeschossnutzungen und eine Tiefgarage mit rund 300 PKW- und 800 Fahrradstellplätzen fördern ein lebendiges, durchmischtes Stadtleben.

Das Projekt setzt auf Holzhybridbauweise mit Recyclingbeton, modularer Vorfertigung und begrünten Dächern mit Photovoltaik. Rund 4.400 m² der Grundstücksfläche bleiben unversiegelt und ermöglichen tiefwurzelnde Baumpflanzungen sowie natürliche Versickerung. Der Außenraum des Quartiers – der zum heutigen Zeitpunkt der Bürgerschaft nicht zur Verfügung steht - wird als öffentlicher Raum den Stadtbewohnern quasi „zurückgegeben“.

Das Quartier wird zum lebendigen, hybriden und generationsübergreifenden Stadt- und Begegnungsraum, der Gewerbe, Arbeiten, Wohnen, Freizeit und Kultur durchlässig und gemeinschaftsorientiert verknüpft.

Standort Karlsruhe

Projekttyp Zweistufiger Einladungswettbewerb

Auslober UNMÜSSIG Projektgesellschaft XV mbH

Platzierung 2. Stufe, Anerkennung

Visualisierung Raumlabor3

Bewerbergemeinschaft

Büro Hink Landschaftsarchitektur

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